Wirtschaft und öffentliche Finanzen

Kennzahlen

Statistische Wirtschaftsinformationen in Krisenzeiten – gefragte Daten

2020 standen insbesondere die Struktur- und Konjunkturstatistiken einer unerwarteten und ausserordentlichen Herausforderung gegenüber. Die Covid-19-Pandemie traf die Gesellschaft und die Wirtschaft in grossem Ausmass. Das Verhalten von Verbraucherinnen, Verbrauchern und Unternehmen wurde deutlich beeinflusst. Auch unter diesen schwierigen Umständen hat das BFS der breiten Öffentlichkeit, den Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie den Medien zuverlässige statistische Informationen in der erwarteten Qualität zur Verfügung gestellt. Grossen Verdienst daran haben auch alle Befragten, die trotz der zusätzlichen Belastung ihre Daten dem BFS übermittelt haben.

Die vom Bundesrat und den Kantonen erlassenen Massnahmen sowie die damit verbundenen Einschränkungen für die Unternehmen haben sich unterschiedlich auf die verschiedenen Erhebungen ausgewirkt. Die Schliessungen in bestimmten Branchen, aber auch die Reisebeschränkungen haben das Wirtschaftsleben stark verändert. Bei der Publikation der Resultate wurde jeweils transparent auf die Auswirkungen hingewiesen. Die Pandemie hat deutlich aufgezeigt, dass in Krisenzeiten zusätzliche, detailliertere und zeitnahe Informationen sehr gefragt sind.

In diesem schwierigen Jahr konnten wichtige Revisionen abgeschlossen und neue statistische Informationen und Erkenntnisse gewonnen werden.

Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR2020)

Im Rahmen der Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wurde die Darstellung der Schweizer Wirtschaftsstruktur aktualisiert. Dank neuer Berechnungsmethoden und neuer bzw. revidierter Datenquellen konnten die Abdeckung und die Kohärenz wesentlich verbessert werden. Die Revision bot zudem Gelegenheit, sämtliche Methoden zu überprüfen und allfällige Unstimmigkeiten zu korrigieren. Da die Schweiz neue Variablen für das im bilateralen Statistikabkommen mit der Europäischen Union festgelegte Datenübermittlungsprogramm bereitstellt, benötigt sie keine Ausnahmeregelung mehr.

Revision der Preisstatistiken

Bei der alle fünf Jahre durchgeführten Revision wurde der Warenkorb des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) aktualisiert. Bei verschiedenen Preisindizes wurden die Online-Erhebungen sowie die Verwendung elektronisch vorliegender Daten intensiviert und weitere Verwaltungsdaten eingesetzt. Der Produzentenpreisindex wurde auf zusätzliche Dienstleistungssektoren ausgedehnt und die Online-Anwendungen wie der Teuerungsrechner wurden überarbeitet. Der im November publizierte Kurzfilm «Preisstatistik kurz erklärt» zeigt auf, warum Preisindizes nicht nur für wirtschaftliche und politische Kreise, sondern für die ganze Gesellschaft so wichtig sind.

Offizieller Wohnimmobilienpreisindex

An der Pressekonferenz vom 26. November 2020 wurden der Wohnimmobilienindex und erste Ergebnisse vorgestellt. Anfang 2021 geht der Immobilienpreisindex in die ordentliche Produktion über. Damit ist ein langjähriges Projekt abgeschlossen, das mit der Motion Landolt (11.3021) «Statistische Erfassung der Immobilienpreise» des Nationalrats im März 2011 begonnen hatte.

Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE)

Zusätzlich zu den bereits verfügbaren Variablen (Anzahl Gruppen, Unternehmen und Beschäftigte sowie Importe und Exporte von Waren) wurden erstmals die Umsätze von Einheiten in Unternehmensgruppen publiziert. Dieser Schritt bedeutet einen weiteren Ausbau des Informationsangebots für wirtschaftliche Analysen, insbesondere zum Thema der Integration der Schweiz in die Weltwirtschaft. Diese zusätzlichen Informationen wurden durch die Kombination von Umfrageergebnissen mit administrativen Daten erzeugt.

Projekt Lohnstatistik im Programm «Nationale Datenbewirtschaftung»

Der Themenbereich Lohn wurde hinsichtlich der Umsetzung des Once-Only-Prinzips überprüft. Im Bericht an den Bundesrat wurde aufgezeigt, dass die vorhandenen umfangreichen administrativen Lohninformationen den minimalen Anforderungen einer Lohnstatistik nicht genügen. Deshalb kann zum heutigen Zeitpunkt nicht auf eine direkte Datenerhebung verzichtet werden. Kurzfristig wird das bestehende System der Lohndatenerhebung optimiert, um die Unternehmen weiter zu entlasten.