Gesundheit

Kennzahlen

Anpassungsfähig und innovativ durch die Corona-Krise

Die Covid-19-Pandemie spielte auch in den Gesundheitsstatistiken eine wichtige Rolle. Das Mortalitätsmonitoring wurde an die neuen Anforderungen angepasst. Ausserdem stellt das BFS das Monitoring der SwissCovid App sicher, das auf den statistischen Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) basiert.

Gesundheitsversorgung

2020 wurden im Bereich der Gesundheitsversorgung die Datenerhebungen bei den Leistungserbringern plangemäss durchgeführt. Die daraus resultierenden Statistiken wurden gemäss dem Bundesstatistikgesetz konsolidiert, produziert und veröffentlicht. Die zum Vollzug des Krankenversicherungsgesetzes erhobenen Daten wurden an die zuständigen Organe der Krankenversicherungen weitergeleitet.

Die Covid-19-Pandemie hatte auf die meisten Produktionsaktivitäten bis auf leichte Verzögerungen kaum Auswirkungen. Einzig auf die Erhebung der Strukturdaten der Arztpraxen und ambulanten Zentren 2018 (MAS) hatte sie einen substanziellen Einfluss. Die Erhebungsdauer war auf April 2020 terminiert. Aufgrund der Pandemiesituation wurde aber entschieden, sie vorzeitig im März zu beenden. Dies führte gegenüber dem Vorjahr zu einer deutlich tieferen Teilnahme.
Die Daten der Erhebung zeigen, dass 23 011 Ärztinnen und Ärzte im Jahre 2018 tätig waren. Der Frauenanteil beträgt 41% des gesamten ärztlichen Personals in Praxen bzw. 62% des ärztlichen Personals in Praxen unter 40 Jahren.

Die MAS 2019 konnte plangemäss im November 2020 gestartet werden. In den eFragebogen wurden zusätzliche Fragen integriert, um die besondere Lage 2020 und ihre Auswirkungen auf die teilnehmenden Arztpraxen und ambulanten Zentren beleuchten zu können. Die Daten werden im Frühjahr 2021 analysiert und die Ergebnisse anschliessend veröffentlicht.

Gesundheit der Bevölkerung

Das Jahr 2020 stand bei den Statistiken zur Gesundheit der Bevölkerung nahezu gänzlich im Zeichen der Covid-19-Pandemie. So wurde im Frühjahr das Mortalitätsmonitoring, das die Übersterblichkeit überwacht, den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Neben den wöchentlichen Auswertungen der 0– bis 64-Jährigen und der Personen ab 65 Jahren werden neu die Todesfallzahlen für die sieben Grossregionen sowie die Kantone ausgewiesen.

Aufgrund der Verordnung über das Proximity-Tracing-System für das Coronavirus vom 24. Juni 2020 stellt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dem BFS periodisch statistische Daten in vollständig anonymisierter Form für Auswertungen zur Verfügung. Auf dieser Grundlage wurde das SwissCovid-App-Monitoring auf- und ausgebaut. Das BFS publiziert seither die Anzahl heruntergeladener SwissCovid-Apps, die Anzahl der aktiven Apps, die Tage zwischen Symptombeginn und Übermittlung des Covid-Codes, die Anzahl eingegebener Codes sowie die Zahl telefonischer Mitteilungen über App-Warnungen zu einer möglichen Ansteckung bei der Infoline SwissCovid. Die Daten werden werktäglich aktualisiert.

Im Bereich der medizinischen Klassifikationen wurden – neben den Standardpublikationen «Schweizerische Operationsklassifikation CHOP 2021» und «Diagnoseklassifikation ICD-10 GM 2020»– Kodierungsrichtlinien und mehrere Sonderpublikationen ausgearbeitet, um die Vorgaben der WHO im Bereich der Kodierung stationärer Fälle einer möglichen oder tatsächlichen Covid-19-Erkrankung abzubilden.

Nach dem Bundesratsbeschluss vom September 2019 zum Programm «Nationale Datenbewirtschaftung (NaDB)» konnte das Projekt «Spitalstationäre Gesundheitsversorgung» im Januar 2020 gestartet werden. Bis Ende Jahr wurde die Initialisierungsphase durchgeführt. Ziel des mehrjährigen Projekts ist es, für Daten aus dem Spitalsektor das Once-Only-Prinzip sowie die Mehrfachnutzung durch die gesetzlich vorgesehenen Institutionen und Organe der Bundesstatistik und der Krankenversicherung systematisch umzusetzen.