Bildung und Wissenschaft

Kennzahlen

Vom Bildungsbedarf bis hin zu Forschungsaufwendungen

Das Themenspektrum im Bereich Bildung und Wissenschaft ist breit, das zeigt sich exemplarisch in zwei Publikationen, die neben vielen anderen 2020 erschienen sind: «Statistik der Sonderpädagogik: Schuljahr 2018/19» und «F+E: Aufwendungen und Personal des Bundes 2019».

Ein besonderer Bildungsbedarf liegt bei Kindern und Jugendlichen vor, bei denen festgestellt wird, dass ihre Entwicklung eingeschränkt oder gefährdet ist und sie dem Unterricht nur mit spezifischer Unterstützung folgen können. 2018/19 besuchten rund 950 000 Lernende die obligatorische Schule, davon 1,4% eine Sonderklasse (Einführungsklasse, Klasse für Fremdsprachige oder andere Sonderklasse) und 1,8% eine Sonderschulklasse. Der Anteil der Lernenden der obligatorischen Schule mit verstärkten sonderpädagogischen Massnahmen belief sich auf 4,8% und jener der Schülerinnen und Schüler mit einer Lehrplananpassung auf 4,6%. Die Kantone sind verpflichtet, mit entsprechenden Schulungsformen die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in die Regelschule zu fördern, soweit dies möglich ist und dem Wohl des Kindes oder Jugendlichen dient. Die Zahlen des BFS stellen wichtige Grundlagen für die Umsetzung des Bundesgesetzes über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen (BehiG) von 2002 zur Verfügung.

Die Zahlen des BFS zeigen auch, dass der Bund 2019 nahezu 2,6 Milliarden Franken für die Umsetzung und Unterstützung von Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung aufgewendet hat. Im Vergleich zu 2017, dem letzten Beobachtungsjahr, entspricht dies einer Zunahme von 279 Millionen Franken oder einem Plus von 12%.

In der höheren Berufsbildung werden seit 2018 Absolvierende von Vorbereitungskursen auf eine eidgenössische Prüfung vom Bund direkt finanziell unterstützt. 2019 wurden rund 11 100 Beiträge entrichtet. Das sind nahezu dreimal mehr als 2018 (4100 Beiträge). Die gestiegene Anzahl Beitragsgesuche sowie das erweiterte Kursangebot sind in erster Linie auf die Einführung des neuen Finanzierungsmodells zurückzuführen.

Das Programm «Längsschnittanalysen im Bildungsbereich» (LABB) befasst sich unter anderen mit den Einkommensverläufen nach einem Bildungsabschluss. Um herauszufinden, ob es möglich wäre, anhand von Administrativdaten der zentralen Ausgleichsstelle (ZAS) und Daten der Strukturerhebung (SE) ein neues Erwerbseinkommen zu berechnen, wurde eine vertiefte Analyse durchgeführt.
Die Erkenntnisse werden im Rahmen der experimentellen Statistiken des BFS in einem umfassenden Bericht im März 2021 veröffentlicht. Er zeigt unter anderem, dass dieses auf einer «effektiven» Basis berechnete Einkommen auf einem anderen Konzept beruht als das Einkommen der Lohnstrukturerhebung (LSE).
Dieses ZAS/SE-Einkommen kann somit für wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Analysen von Vorteil sein, weil es sich auf die Erwerbssituation der arbeitnehmenden Personen fokussiert.